Nachhaltige Immobilien – Headerbild (photo)

Nachhaltige Immobilien

Wirkungsmessgrößen

Die Triodos Bank finanziert circa 2.400 Wohnimmobilien (2013: 2.200) und etwa 120 Gewerbeimmobilien mit insgesamt etwa 150.000m2 an Bürofläche für ungefähr 7.500 Menschen.

Darüber hinaus finanzieren wir 1.400 Hektar (2013: 1.000) an Naturschutzgebiet. Damit entfällt auf jeden Kunden ungefähr 27m2 Naturschutzgebiet, was in etwa der Größe eines kleinen Gartens entspricht.

Nachhaltige Immobilien – Wirkungsmessgrößen (Grafik)

Leitbild und Leistungsspektrum

Kreditvergabe nachhaltige Immobilien

Prozentualer Anteil unserer Kredite im Bereich nachhaltige Immobilien

Nachhaltige Immobilien – 9,4% Anteil unserer Kredite im Bereich nachhaltige Immobilien (Kreisdiagramm)

Kreditvergabe nach Teilsektoren

Nachhaltige Immobilien – Kreditvergabe nach Teilsektoren (Kreisdiagramm)

Die Angaben in % ergeben sich aus Daten, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vorhanden waren.

Unser Leitbild im Bereich nachhaltige Immobilien

40% der insgesamt in der EU produzierten Energie fließt in Gebäude und auf diese entfällt ein vergleichbar großer Anteil an CO2-Emissionen in Europa. Wenn der Wandel zu einer wahrhaft nachhaltigen Wirtschaft gelingen soll, müssen wir uns damit befassen, wie wir Gebäude bauen und instand halten.

Nachhaltige Entwicklungen mit höchstem technischem Anspruch

Beim Bau von neuen Gebäuden können Techniken und Technologien eingesetzt werden, die für den Einsatz nachhaltiger Materialien und Konzepte entwickelt wurden. Diese Gebäude verbrauchen weitaus weniger Energie und stoßen geringere Mengen CO2 aus als herkömmliche Gebäude. In einer traditionell in Sachen Kohlenstoff äußerst ineffizienten Bauindustrie kommt ihnen damit hohe Bedeutung zu. Der Triodos Bank eröffnet dies die einmalige Gelegenheit, an der Zukunft mitzubauen.

Altes erhalten, Neues modernisieren

Die Mehrzahl der Gebäude in unserem Umfeld steht vermutlich noch in 50 Jahren, und viele historische Bauten werden aufgrund ihrer kulturellen Bedeutung weiterhin erhalten.

Bei bestehenden Immobilien können Sanierungs- und Umbaumaßnahmen, wie Isolierung, energiesparende Beleuchtung und Heizsysteme, hochtechnologische Kontrollsysteme und energiesparende Geräte, die Nachhaltigkeit eines Gebäudes deutlich verbessern. Auch die Art der Nutzung einer Immobilie ist entscheidend für dessen Energiesparpotenzial insgesamt. So ist beispielsweise von Bedeutung, inwieweit ein Bürogebäude voll besetzt ist und wie häufig Kommunikationstechnik wie Videokonferenzen eingesetzt wird, um die Dienstreisen zu reduzieren.

Unser Leistungsspektrum

Die Triodos Bank finanziert die Entwicklung neuer Gebäude nach höchsten Nachhaltigkeitsstandards. Darüber hinaus stellen wir für Sanierung oder Umbau bestehender Gebäude zur Steigerung der Energieeffizienz finanzielle Mittel zur Verfügung.

Ein Zuhause im Sinne der Nachhaltigkeit

Manche Niederlassungen vergeben zudem Hypotheken an Privatkunden, wobei insbesondere die Einhaltung hoher Nachhaltigkeitsstandards belohnt wird. Auch Kunden, die die Nachhaltigkeitsbewertung ihres Eigenheims verbessern wollen, sind bei der Triodos Bank an der richtigen Adresse.

Fallbeispiel

The Lodge: ein nachhaltiges Immobilienprojekt für Menschen mit Behinderung
 

Nachhaltige Immobilien – Fallbeispiel The Lodge (photo)

The Lodge ist ein energieeffizientes Immobilienprojekt für Menschen mit Behinderung, das vom Immobilienentwickler Leiegoed entworfen wurde. Wir haben mit Luc Peerlinck, dem Geschäftsführer von Leiegoed, über das von der Triodos Bank finanzierte Projekt gesprochen.

Welche Herausforderung hat den Denkanstoß für dieses Projekt gegeben?

„Für uns als Immobiliengesellschaft ist ethisches Bauen von fundamentaler Bedeutung. Heutzutage nehmen Nachhaltigkeit und Umweltschutz einen immer höheren Stellenwert ein und aus diesem Grund entwerfen wir nachhaltige, energieeffiziente Gebäude. Wir bauen 14 Mietwohnungen: acht Appartements, sechs Studios und einen Gemeinschaftsbereich. Das Besondere an The Lodge ist, dass die Hälfte der Wohnungen an Menschen mit körperlicher oder Lernbehinderung vermietet werden. Momentan ist kaum Wohnraum für Menschen mit Behinderung verfügbar und das wollen wir ändern.“

Was genau macht Ihren Ansatz innovativ?

„Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass wir nachhaltige, energieeffiziente Gebäude mit Betonböden nach der Holzrahmenbauweise bauen. Die Holzrahmenbauweise ist relativ neu und schwierig in der Umsetzung aufgrund von Brandschutzbestimmungen und baulichen Gesichtspunkten. Doch wir haben es geschafft und können daher einen geringen Energieverbrauch gewährleisten. Wir setzen auf bezahlbare Mieten, um deutlich mehr Menschen Zugang zu energieeffizientem Wohnraum zu bieten.

Im Erdgeschoss wird es einen Gemeinschaftsbereich geben, der auch für Rollstuhlfahrer leicht zugänglich ist. Dieser kann für verschiedenste Zwecke genutzt werden: als Aufenthaltsraum, für eine Arztsprechstunde oder eine Therapiesitzung. Die Hälfte der Wohnungen wird an Menschen mit Behinderung vermietet. Einige Bewohner werden möglicherweise zusätzliche Hilfe oder Betreuung benötigen und aus diesem Grund kann die andere Hälfte der Wohnungen auch an Familienmitglieder oder Betreuer vermietet werden.“

Welchen Einfluss hatte die Triodos Bank auf Ihr Vorhaben?

„Die ursprünglichen Gebäude wurden von Leiegoed gekauft und werden abgerissen, bevor wir mit den Bauarbeiten auf dem Grundstück beginnen. Die Triodos Bank finanziert etwas mehr als die Hälfte der insgesamt benötigten Mittel, die sich auf EUR 2 Mio. belaufen.

Wir mussten unser echtes Engagement unter Beweis stellen, um die Triodos Bank als Finanzpartner zu gewinnen. Entscheidungskriterium für die benötigte Finanzierung war die Tatsache, dass wir uns bewusst für den Bau eines nachhaltigen, energieeffizienten Gebäudes für Menschen mit Behinderung entschieden haben.“

Welchen Einfluss hat Ihr Projekt auf die Immobilienbranche?

„Für Menschen mit Behinderung steht kaum Wohnraum zur Verfügung. Doch ich bin überzeugt, dass andere Unternehmen im Immobiliensektor unserem Beispiel folgen werden. Die soziale Wirkung diversifizierten Wohnraums auf unsere heutige Gesellschaft ist nicht zu unterschätzen und ich hoffe, dass unser Projekt als Inspiration für ähnliche Initiativen dient.“

Welchen Einfluss hat Ihr Projekt auf die Gesellschaft?

„Im Gesundheitssektor stehen Menschen mit Behinderung meist weit unten auf der Warteliste. The Lodge kann diesem weitreichenden Problem Abhilfe verschaffen. Unserer Ansicht nach kümmert sich eine nachhaltige Gesellschaft gleichermaßen um den Einzelnen und die Umwelt. Jeder braucht seinen eigenen Lebensraum und hat ein Recht auf ein hochwertiges, nachhaltiges und bezahlbares Zuhause. Wir möchten auch das Miteinander der Bewohner fördern. Daher entsteht mit The Lodge ein Gebäude, das einen Gemeinschaftsbereich, bezahlbare Mieten und hohe Energieeffizienzstandards bietet. Auf diesem Wege möchten wir Menschen dazu ermutigen, zusammenzukommen und auf eine energieeffiziente Lebensweise aufmerksam machen.“

Inwieweit deckt sich Ihre Vision mit der der Triodos Bank?

„Ebenso wie die Triodos Bank für ethisches Bankwesen steht, haben wir uns für eine ethischen Standards entsprechende Bauweise entschieden. So haben wir in der Bank unseren optimalen Partner für „The Lodge“ gefunden.“

De Hallen
 

Nachhaltige Immobilien – Fallbeispiel De Hallen (photo)

Welche Herausforderung hat den Denkanstoß für dieses Projekt gegeben?

Wie wandelt man ein leer stehendes, denkmalgeschütztes Gebäude in einen nachhaltigen, inspirierenden multifunktionalen Komplex um? Dies war in der Tat die Herausforderung, der sich diejenigen gegenüber sahen, die mit der Renovierung von De Hallen, einem ehemaligen Pferdekutschen-Depot in Amsterdam Oud-West („Alter Westen“) vom Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, beauftragt waren.

Es war eine Herausforderung, einen Weg zu finden, dieses ehemals baufällige Gebäude 2014 neu zu eröffnen, neu zu erfinden und in das pulsierende Zentrum des Stadtteils Oud-West zu verwandeln. Eine öffentliche Bibliothek, ein Literatur-Café, ein Restaurant, ein TV-Studio, eine Kindertagesstätte, eine Kunstbibliothek, Workshops für Modedesigner und Kunsthandwerker und ein Einkaufszentrum - all das ist in De Hallen zu finden. In dem Einkaufszentrum gibt es zahlreiche unterschiedliche Angebote, wie beispielsweise einen Wochenendmarkt mit Bioprodukten aus der Region. Die offene, zentrale Lage macht das Gebäude zu einem inspirierenden Treffpunkt, der den sozialen Zusammenhalt stärkt und den Lebensraum des Stadtviertels verschönert.

Das Renovierungsprojekt wurde von André van Stigt in enger Zusammenarbeit mit den Anwohnern des Viertels, künftigen Nutzern des Komplexes und der Gemeinde Amsterdam ins Leben gerufen. Verantwortlich für die Renovierung, die Verwaltung und die Betreibung des De Hallen-Komplexes war die Stiftung für den Umbau des ehemaligen Depots, TROM (Stichting TramRemise OntwikkelingsMaatschappij).

Welche Strategie haben Sie zur Lösung dieses Problems entwickelt?

André van Stigt erklärt: „Der renovierte De Hallen-Komplex ist ein energieeffizientes Gebäude. CO2-Emissionen wurden um über 50% reduziert, und es ist uns gelungen, das Energieeffizienz-Niveau dieses denkmalgeschützten Gebäudes von G auf A zu steigern, das beste zu erzielende Ergebnis für ein altes Gebäude mit schwer beheizbaren Flächen.“ De Hallen besitzt eine Reihe von Merkmalen zu Optimierung der Energieeffizienz wie Solarzellen, Wärme-/Kältespeicher und LED-Beleuchtung. Im Rahmen der Renovierung erfolgte die Isolierung des Gebäudes nach hohen Standards.

Nicht nur in punkto Energieeffizienz ist De Hallen ein innovatives Projekt, sondern auch im Hinblick auf die Finanzierung. So werden die Mieteinnahmen der Bar, des Restaurants und des Hotels dafür verwendet, bezahlbare Workshops anzubieten, in denen neue Unternehmer in kreativen Branchen ihre Arbeiten vorstellen. Zudem wurde die Renovierung vorwiegend aus privaten anstatt aus öffentlichen Mitteln finanziert. Auch dadurch hebt sich dieses Projekt von anderen ab. Zusätzlich zu der Finanzierung durch private Investoren, wurden Mittel über Kredite der Triodos Bank, Triodos Groenfonds und RNF (Nationaal Restauratiefonds), dem nationalen Restaurierungsfonds, bereitgestellt.

Welchen Einfluss hatte die Triodos Bank auf Ihr Geschäft?

Sozialer Zusammenhalt und die Einbindung der lokalen Gemeinschaft waren die führenden Prinzipien, denen sich TROM, die für die Umstrukturierung von De Hallen verantwortliche Stiftung, während der Renovierungsarbeiten verschrieben hatte. Dies sind auch nach der Eröffnung des Komplexes die leitenden Grundsätze. Beide Grundsätze wurden in dem renovierten Komplex umgesetzt, wodurch der soziale Zusammenhalt auf lokaler Ebene gefördert wurde, getragen durch die aktive Beteiligung der lokalen Bevölkerung an der Renovierung.

Diese Prinzipien spiegelten sich auch in der frühen Beteiligung der Finanzierungspartner wider, die bereits in einem frühen Stadium nachhaltige Entwürfe und Pläne zur Umsetzung des Bauvorhabens als Basis vorfanden. Zusätzlich zu der Bereitstellung von Kapital spielten die Triodos Bank und Triodos Groenfonds eine zentrale Rolle in der zügigen Finalisierung der Renovierungsarbeiten. Sie brachten aktiv Ideen ein, wie ein solcher Komplex sinnvoll betrieben werden kann und zeigten sich bei der Bereitstellung zusätzlicher Mittel für die Fertigstellung des Parisienzaal, Teil des Art House-Kinos, flexibel und offen.

Welchen Einfluss hatte Ihr Unternehmen auf den Sektor?

De Hallen, mit der nachhaltigen Renovierung eines denkmalgeschützten Gebäudes, ist ein Paradebeispiel für die Branche der Immobilienentwicklung. Die Renovierung war aus technologischer Sicht ein innovatives Projekt, das einen energieeffizienten Komplex hervorbrachte. Das Beispiel De Hallen zeigt, dass es möglich ist, einen großen Komplex zu sanieren, ihm eine zeitgenössische Funktion zu geben und die Finanzierung auf gesunde Beine zu stellen, ohne auf größere staatliche Zuschüsse zurückzugreifen.

Welchen Einfluss hatte das Unternehmen auf die direkte Umgebung?

Wie bereits erwähnt, ist De Hallen ein inspirierender Treffpunkt, der den sozialen Zusammenhalt in der Stadt und der näheren Umgebung stärkt. Sein gesellschaftlicher Nutzen ist jedoch weitaus größer.

Ein gutes Beispiel hierfür ist der Bildungsbeitrag, den De Hallen bietet. Die Zahl derjenigen, die in den Niederlanden über das notwendige Know-how, die Fähigkeiten und die erforderliche Erfahrung verfügen, um ein denkmalgeschütztes Gebäude zu renovieren und in Stand zu halten geht nach und nach zurück. Ebenso wie die Anzahl der Schulabgänger, die eine Karriere in den Handwerksberufen beginnen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, werden in De Hallen Workshops für Kunsthandwerk und handwerkliche Lehrberufe angeboten.

Das Bauunternehmen bietet Training on the Job auch in De Hallen an, um junge Menschen für spezialisierte Sanierungsarbeiten zu begeistern. So wird in der Schule und in Workshops an verschiedenen Projekten im Zusammenhang mit der Restaurierung und Sanierung unterschiedlichster denkmalgeschützter Gebäude in Amsterdam gearbeitet. Überdies bieten einige im Komplex ansässige Firmen Menschen einen Arbeitsplatz, die häufig vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind.

Inwiefern kann sich die Triodos Bank mit der Vision Ihres Unternehmens identifizieren?

Die Triodos Bank finanziert Projekte, die einen Beitrag dazu leisten, die Lebensqualität zu verbessern. Denkmalgeschützte Gebäude wie De Hallen verschönern das Lebensumfeld und machen aus dem Stadtteil einen Lebensraum, in dem man sich gerne aufhält.

Zudem besitzen denkmalgeschützte Gebäude einen kulturellen und historischen Wert. Nicht selten kommt ihnen eine zentrale Bedeutung zu. Anwohner fühlen sich mit ihnen verbunden und sie bestimmen das Stadtbild. Daher ist es wichtig, sie zu erhalten und ihnen eine zeitgemäße Funktion zu geben, um dadurch lebendigere, von größerem Zusammenhaltsgefühl geprägte Gemeinschaften entstehen zu lassen. Ein Gebäude, in dem man sich gerne aufhält trägt außerdem direkt zur Lebensqualität der lokalen Bevölkerung bei sowie derjenigen Menschen, die dort arbeiten oder das Gebäude besuchen. Dies ist ein weiterer wichtiger Grund, weshalb die Triodos Bank in nachhaltige Immobilien investiert.

Die bebaute Umgebung zeichnet für 30% des gesamten Energieverbrauchs verantwortlich. Durch die Entwicklung energieeffizienter Gebäude, leistet die nachhaltige Sanierung bestehender Objekte einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen.

Methodik

Unseren Berechnungen liegt eine durchschnittliche Fläche von 20 m2 je Büroangestelltem zugrunde.