Erneuerbare Energien

Wirkungsmessgrößen

Die Triodos Bank finanziert vor allem Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien und unterstützt Projekte, die den Energieverbrauch verringern und eine sauberere Nutzung fossiler Brennstoffe fördern.

Mit ihren nachhaltigen Fonds im Bereich Energie und Klima und im Rahmen der Kreditvergabe investierte die Triodos Gruppe in beziehungsweise finanzierte 2013 europaweit 376 Projekte (2012: 346), die eine Stromerzeugungskapazität von insgesamt 2.280 MW (2012: 2.038 MW) hatten. Damit wurde genug Strom für den Jahresbedarf von 1.480.000 europäischen Haushalten erzeugt (2012: 1.300.000).

Auf jeden Kunden der Triodos Bank entfiel also die Finanzierung des Strombedarfs von 2,8 Haushalten.

Methodik

Die Berechnung der Reduzierung der CO2-Emissionen erfolgt gemäß den Umrechnungsfaktoren (g CO2 pro kWh) der Greenhouse Gas Protocol Initiative, die auf dem Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen von 2007 (International Panel on Climate Change, IPCC) basieren. Die Umrechnungsfaktoren stellen die CO2-Emissionen in Gramm dar, die unter Berücksichtigung aller Kraftwerke eines Landes, in dem wir tätig sind, pro kWh „grüner“ Energie im Jahr 2006 (die jüngsten uns vorliegenden Daten) vermieden werden konnten. Dieses Volumen umfasst auch die bereits vorhandenen Kapazitäten erneuerbarer Energien, die logischerweise nicht durch Kapazitäten anderer erneuerbarer Energiequellen ersetzt werden müssen. Die tatsächliche CO2-Reduzierung liegt also etwas höher.

Die Berechnung der aufgeführten Werte erfolgte unter Zugrundelegung des durchschnittlichen Energieverbrauchs in kWh je Haushalt. Wir wissen, dass in anderen Ländern, wie beispielsweise Großbritannien, andere Methoden (z. B. „RenewableUK“) zur Verfügung stehen.

Die Kalkulationen zur „Wirkung pro Kunde“, die in unserer Wirkungsanalyse zu finden ist, basieren auf der durchschnittlichen Einlage pro Kunde über die fünf Niederlassungen der Bank hinweg betrachtet (Ende 2013: 517.000 Kunden). Diese Zahl wird dann ins Verhältnis zur Gesamtwirkung der Triodos Bank in einem bestimmten Sektor gesetzt.

Unser Leitbild und Leistungsspektrum

Kreditvergabe erneuerbare Energien

Prozentualer Anteil unserer Kredite im Bereich erneuerbare Energien

Kreditvergabe nach Teilsektoren

Die Angaben in % ergeben sich aus Daten, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vorhanden waren.

Unser Leitbild im Bereich erneuerbare Energien

Die Triodos Bank betrachtet Energie als Grundbedürfnis der Menschheit und daher als etwas, das wir aus Verantwortung für zukünftige Generationen unausweichlich auf nachhaltiger Basis erzeugen und nutzen müssen.

Warum die Art der Energieerzeugung eine Rolle spielt

Die weltweit zunehmende Nachfrage nach Energie, die Sorge um die Energieversorgungssicherheit und die möglichen Folgen des globalen Klimawandels sind zunehmend brisante Themen.

Unseres Erachtens tragen Technologien im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienzmaßnahmen zur Schaffung eines stabilen, dezentralisierten und nachhaltigen Energiesystems, das den zukünftigen Herausforderungen gewachsen ist, bei.

Auch die europäischen Mitgliedstaaten haben sich mit diesem Thema befasst und wollen im Rahmen ihres „20-20-20-Ziels“ bis zum Jahr 2020 20% der Energie aus erneuerbaren Quellen beziehen, ihre Energieeffizienz um 20% verbessern und die Emission von Treibhausgasen um 20% senken. Die Triodos Bank will in diesem Streben nach einem höheren Stellenwert der erneuerbaren Energien und verbesserter Energieeffizienz einen wichtigen Beitrag leisten.

Unser Fokus

Indem wir unsere Aufmerksamkeit auf den Einsatz ausgereifter Technologien, wie beispielsweise Wind- und Solarenergie, richten, können wir die notwendige Transformation unseres Energiesystems entscheidend vorantreiben.

Bereits seit 20 Jahren finanzieren wir Projekte im Bereich erneuerbare Energien und verfügen daher über einen reichen Erfahrungsschatz und umfangreiche Fachkenntnis, was von den entsprechenden Entwicklern und Betreibern, mit denen wir zusammenarbeiten, sehr geschätzt wird.

Durch die Beteiligung an Projekten unterschiedlicher Eigentümerstruktur, wie kommunale Projekte im Bereich erneuerbare Energien oder die Finanzierung einer energieeffizienten Infrastruktur innerhalb einer bereits bestehenden bebauten Umgebung, bewirken wir noch sehr viel mehr.

Unser Leistungsspektrum

Alle von uns finanzierten Energieprojekte dienen der Umsetzung unserer Vision eines nachhaltigen Energiesystems.

All unsere Projekte tragen in wesentlichem Umfang zu einem stabileren, nachhaltigeren und sauberen Energiesystem bei, z. B. durch den Bau von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien (aus Windenergie, Solarenergie oder Wasserkraft) oder durch Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs und Steigerung der Energieeffizienz.

Fallbeispiel

Udny Community Turbine – Einsatz erneuerbarer Energien in schottischen Gemeinden

Kommunale Selbstversorgung

„Mit der Windturbine eröffnen sich für Fetterangus ganz neue Möglichkeiten. Wir haben nach langfristigen regelmäßigen Einnahmequellen gesucht, aus denen wir Projekte in unserem Dorf finanzieren können, und die Turbine ist die perfekte Lösung.“

Colin Wood, Fetterangus Community Turbine

Überall in Schottland haben sich Gemeinden in Pionierarbeit die reichhaltigen erneuerbaren Ressourcen zunutze gemacht, die die Natur dort bietet. Als Vorreiter für Projekte der kommunalen Energieversorgung mit erneuerbaren Energien haben sie entsprechende Anlagen entwickelt, die sich im Eigentum der Bürger befinden. Erneuerbare Energien-Projekte generieren Ökostrom und stellen eine langfristige Ertragsquelle für die jeweilige Kommune dar. Damit tragen sie zur Versorgungssicherheit bei und gewährleisten lokal eine nachhaltige Zukunft, denn die Entscheidungsgewalt liegt wieder in der Hand der Gemeinden und die daraus resultierenden Gewinne kommen unmittelbar den Menschen vor Ort zugute.

Aufgrund der dort reichlich vorhandenen Windenergie in Kombination mit einer starken Autonomiebewegung waren die schottischen Highlands und Inseln prädestiniert für ihre Vorreiterrolle in der kommunalen Selbstversorgung mit erneuerbaren Energien. Einige der ersten Projekte, wie beispielsweise die Wasserkraftwerke in Assynt und Knoydart, laufen nun schon bald 15 Jahre, und die Gemeinden der Inseln Eigg, Gigha und Westray haben alle innovative eigene Projekte entwickelt. Vor zehn Jahren fanden drei ausgemusterte Turbinen aus der Grafschaft Cumbria in Gigha eine neue Heimat, Eigg hatte im Februar 2008 die Ära der Dieselgeneratoren beendet und auf 100% Ökostrom umgestellt, und im Folgejahr hat Westray als erste Gemeinde eine eigene Großturbine in Betrieb genommen. Die jüngste kommunale Windturbine auf der Hebrideninsel Barra ist im Februar 2014 ans Netz gegangen.

Es zahlt sich aus …

Die Udny Community Turbine ist ein gutes Beispiel dafür, was sich durch kommunale Selbstversorgung mit erneuerbaren Energien bewirken lässt. Die von der Triodos Bank finanzierte Turbine war die erste Windturbine ihrer Art auf dem schottischen Festland, die zu 100% einer Gemeinde gehört und von dieser betrieben wird. Die 2011 in Betrieb genommene Udny Community Turbine hat in ihrem ersten Jahr mehr als 120.000 GBP für diese Gemeinde erwirtschaftet. 40.000 GBP wurden für kommunale Zwecke verwendet und weitere 80.000 GBP an Rücklagen gebildet. Unter anderem wurde so die Leasingfinanzierung eines Fahrzeugs für die Pitmedden First Responders übernommen, die als Teil eines ländlichen Freiwilligendienstes erste Hilfe leisten, bevor der Rettungsdienst eintrifft. Über die 20-jährige Laufzeit des Projekts soll sie bis zu 5 Mio. GBP an Einnahmen erzielen. Dies entspricht 2.000 GBP pro Einwohner der Dörfer Udny Green und Pitmedden.

Der Schlüssel zum Erfolg

Es würden sicherlich mehr Kommunen eine Selbstversorgung mit erneuerbaren Energien anstreben, wenn es nicht mit so großem Zeitaufwand verbunden wäre und so viel Engagement erfordern würde, ein solches Projekt umzusetzen. In Gemeinden, die diesen Weg erfolgreich bis zum Ende gehen, gibt es in der Regel ein Kernteam von Leuten, die das Projekt tragen und auch über die nötigen zeitlichen Kapazitäten verfügen. Oft sind dies Menschen im Ruhestand mit der nötigen betriebswirtschaftlichen oder technischen Erfahrung. Im Gegensatz zu professionellen Projektentwicklern im Bereich erneuerbare Energien ist für eine Gemeinde in diesem Prozess alles neu, und entsprechend steil verläuft die Lernkurve in jeder Etappe. Doch Organisationen zur Förderung der kommunalen Selbstversorgung mit erneuerbaren Energien und engagierte Kreditgeber wie die Triodos Bank können hier Hilfestellung geben.

Durch Unterstützung der Triodos Bank verfügt Fetterangus in Aberdeenshire seit vergangenem Jahr über eine eigene Windturbine. Projektleiter Colin Wood dazu: „Mit der Windturbine eröffnen sich für Fetterangus ganz neue Möglichkeiten. Wir haben nach langfristigen regelmäßigen Einnahmequellen gesucht, aus denen wir Projekte in unserem Dorf finanzieren können, und die Turbine ist die perfekte Lösung. Von allen Banken ist die Triodos Bank am besten auf uns und unser Projekt eingegangen. Sie hat verstanden, was wir damit erreichen wollen und uns während des Projekts kontinuierlich unterstützt. Es war ein langer Weg mit breiter Unterstützung hier aus der Gemeinde, aber auch vielen Hürden, doch es hat sich definitiv gelohnt.“